Liebe Mitleser,
unlängst musste ich mir auf den letzten Seiten dieses Buches ein paar kleine Tränen aus den Augenwinkeln wischen - so sehr berührt diese Geschichte. Ich lese gern und viel im Bereich Jugendbuch, muss aber sagen, dass Antonia Michaelis "Märchenerzähler" schon ziemlich harter Tobak ist für diese Altersgruppe und würde es frühestens (!) ab 16 Jahren empfehlen.
Zur Geschichte:
Anna wächst ganz behütet auf, mit Mutter und Vater in einem Haus, gute Noten auf dem Gymnasium, Freunde, die sie durchs Leben begleiten. Sie ist eine Träumerin, die still und nachdenklich ist. Als ihr Abel begegnet fühlt sich sofort angezogen, von dem der anders ist: ein Aussenseiter in alten Klamotten, der angeblich Drogen auf dem Schulhof verkauft und immer abseits steht. Er ist auch ein stiller Nachdenklicher - und das verbindet beide sofort. Doch Abel hat ein Geheimnis, welches er mit seiner kleinen Schwester Micha teilt. Ein Geheimnis verwoben in eine Geschichte, die Abel jeden Tag ein Stückchen weitererzählt. Anna gerät in diesen Sog der Geschichte, und ganz ganz langsam kommt die Wahrheit ans Licht.
Die Autorin erzählt sehr zart diese Liebes- und Lebensgeschichte und bettet alle grausigen Details in eine schöne Sprache, führt behutsam an die Situationen heran. Und dabei sind es immer Abels Geschichten, die uns eigentlich mehr verraten, als wir wissen wollen und trotzdem trösten. Und es ist immer die beschriebene Realität, die sowohl die Protagonisten als auch die Leser böse erwachen lässt. Dieses Buch ist einzigartig und irgendwie auch ein richtiger Krimi, der ab der ersten Seite spannend beginnt und letztendlich..... aber nein, ich mag überhaupt nichts verraten. Denn das sollte jeder einmal gelesen haben.
Ein Buch, dass nachklingt, nachdenklich stimmt, Sichtweisen verändert und sicher auch Tränen kostet.
Bis zum nächsten Schmöcker!
Eure Luisa
Sonntag, 11. Dezember 2011
Mittwoch, 30. November 2011
Tote Augen
Hallo ihr lieben Lesenden,
puh, seit langem habe ich mal wieder einen "klassischen Thriller" gelesen und bin im wahrsten Sinne des Wortes total von den Socken. Als Neuerscheinung hat mich Karin Slaughters "Tote Augen" eigentlich gar nicht so wirklich interessiert - ich hatte vor einiger Zeit "Belladonna" gelesen und fand es eher so "naja". Aber dann wurde es mir nochmal empfohlen und ich gab mir einen Ruck. Und siehe da - ich will mehr! :)
Wer Karin Slaughter kennt, weiß, dass sich einige ihrer Bücher um Sara Linton drehen. Hier gibt es endlich Lesefutter für Linton-Fans, auch wenn sie nur eine "wichtige Nebenrolle" spielt. Denn im Mittelpunkt stehen das Ermittlerteam aus Will und Faith die gegensätzlicher kaum sein könnten. Er ein zerknitterter, anzugtragender, stiller Außenseiter. Sie eine quirlige und unglaublich toughe Ermittlerin. Als auf einem Highway schier aus dem Nichts auftauchende Frau überfahren wird, überschlagen sich die Ereignisse: wer ist diese Frau, völlig blind und mit fehlender Rippe, gefoltert und nicht vernehmungsfähig? Plötzlich verschwinden weitere Frauen. Und als Will eine unterirdische Folterhöhle entdeckt ist schnell klar, das da jemand mit System mordet.
Ich bin nach wie vor überrascht, wie gut mir "Tote Augen" gefallen hat - ich bin erprobter Krimi- und Thriller-Leser und lege meist 08/15-Bücher dieses Genres schnell zur Seite. Karin Slaughter hat es geschafft, die Charakter hervorragend auszuarbeiten, hat ihnen Tiefe verliehen jenseits von Klischees. Auch de Handlung war für mich nicht vorhersehbar und mir stockte der Atem von der ersten bis zur letzten Seite. Ich weiß jedoch, dass nicht alle Bücher von Karin Slaughter diese Qualität aufweisen. Wer einen richtig richtig guten Thriller sucht, dem ist mit "Tote Augen" bestens gediehnt. Dieses Buch hält was es verspricht. Und ist deswegen von mir eine absolute Empfehlung, sogar als gebundenes Buch.
Spannungsgeladene Grüße
Eure Luisa
puh, seit langem habe ich mal wieder einen "klassischen Thriller" gelesen und bin im wahrsten Sinne des Wortes total von den Socken. Als Neuerscheinung hat mich Karin Slaughters "Tote Augen" eigentlich gar nicht so wirklich interessiert - ich hatte vor einiger Zeit "Belladonna" gelesen und fand es eher so "naja". Aber dann wurde es mir nochmal empfohlen und ich gab mir einen Ruck. Und siehe da - ich will mehr! :)
Wer Karin Slaughter kennt, weiß, dass sich einige ihrer Bücher um Sara Linton drehen. Hier gibt es endlich Lesefutter für Linton-Fans, auch wenn sie nur eine "wichtige Nebenrolle" spielt. Denn im Mittelpunkt stehen das Ermittlerteam aus Will und Faith die gegensätzlicher kaum sein könnten. Er ein zerknitterter, anzugtragender, stiller Außenseiter. Sie eine quirlige und unglaublich toughe Ermittlerin. Als auf einem Highway schier aus dem Nichts auftauchende Frau überfahren wird, überschlagen sich die Ereignisse: wer ist diese Frau, völlig blind und mit fehlender Rippe, gefoltert und nicht vernehmungsfähig? Plötzlich verschwinden weitere Frauen. Und als Will eine unterirdische Folterhöhle entdeckt ist schnell klar, das da jemand mit System mordet.
Ich bin nach wie vor überrascht, wie gut mir "Tote Augen" gefallen hat - ich bin erprobter Krimi- und Thriller-Leser und lege meist 08/15-Bücher dieses Genres schnell zur Seite. Karin Slaughter hat es geschafft, die Charakter hervorragend auszuarbeiten, hat ihnen Tiefe verliehen jenseits von Klischees. Auch de Handlung war für mich nicht vorhersehbar und mir stockte der Atem von der ersten bis zur letzten Seite. Ich weiß jedoch, dass nicht alle Bücher von Karin Slaughter diese Qualität aufweisen. Wer einen richtig richtig guten Thriller sucht, dem ist mit "Tote Augen" bestens gediehnt. Dieses Buch hält was es verspricht. Und ist deswegen von mir eine absolute Empfehlung, sogar als gebundenes Buch.
Spannungsgeladene Grüße
Eure Luisa
Montag, 28. November 2011
Bei Sonnenuntergang wirds unheimlich
Liebe Leseratten,
wie ihr wisst, bin ich ab und an begeisterte Stephen-King-Leserin und musste mal wieder eines der vorrätigen ungelesenen Bücher von ihm aus meinem Regal ziehen. Denn ich war mir sicher: das werden schaurig-schöne Stunden auf dem Sofa zu dieser verregneten Jahreszeit. (je gruseliger desto wohliger fühle ich mich :D) Und ich wurde nicht enttäuscht.
Bei Stephen Kings "Sunset" handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, es sind exakt 13 Stories. Die Besonderheit an diesem Buch: King schreibt ja für gewöhnlich häufig zu seinen Kurzgeschichten ein Vorwort, hier gibt es allerdings auch ein Nachwort mit Anmerkungen zu jeder einzelnen Geschichte. Ein Schmankerl - denn natürlich bin auch ich neugierig, wie der Autor auf solche Ideen kommt, was ihn treibt und berührt.
Die Stories selbst sind von unterschiedlicher Qualität, aber ich konnte jeder einzelnen etwas abgewinnen und hatte das Buch trotz hoher Seitenzahl recht schnell ausgelesen. Über den Inhalt selbst will ich nicht zu viel verraten, denn wie es bei Short Stories so üblich ist, erfährt man meist erst mittendrin worum es überhaupt geht. Es wird erzählt von dem Leben nach dem Tod, wie man Rivalitäten beilegt, von verrückten Mördern, gruseligen Fitnessgeräten, Süchten, unheimlichen Haustieren und auch dem 11. September. Mir hat es kurzweilige Unterhaltung geboten. Einige Stories klingen lange nach, bleiben im Kopf und bewegen das ein oder andere. Als meine persönlichen Glanzstücke würde ich direkt die ersten zwei Geschichten bezeichnen: "Willa" kam leise angeschlichen, und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Szenerie bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf. "Das Pfefferkuchen-Mädchen" ist (im Gegensatz zu "Der Hometrainer") eine grauenvolle Art, jemanden zum täglichen Sport zu animieren, aber die Eindringlichkeit und der Kampf ums Überleben finden hier eine Geschichte, die originell und reell wirkt.
Fröhliches Wälzerschmökern!
Eure Luisa
wie ihr wisst, bin ich ab und an begeisterte Stephen-King-Leserin und musste mal wieder eines der vorrätigen ungelesenen Bücher von ihm aus meinem Regal ziehen. Denn ich war mir sicher: das werden schaurig-schöne Stunden auf dem Sofa zu dieser verregneten Jahreszeit. (je gruseliger desto wohliger fühle ich mich :D) Und ich wurde nicht enttäuscht.
Bei Stephen Kings "Sunset" handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, es sind exakt 13 Stories. Die Besonderheit an diesem Buch: King schreibt ja für gewöhnlich häufig zu seinen Kurzgeschichten ein Vorwort, hier gibt es allerdings auch ein Nachwort mit Anmerkungen zu jeder einzelnen Geschichte. Ein Schmankerl - denn natürlich bin auch ich neugierig, wie der Autor auf solche Ideen kommt, was ihn treibt und berührt.
Die Stories selbst sind von unterschiedlicher Qualität, aber ich konnte jeder einzelnen etwas abgewinnen und hatte das Buch trotz hoher Seitenzahl recht schnell ausgelesen. Über den Inhalt selbst will ich nicht zu viel verraten, denn wie es bei Short Stories so üblich ist, erfährt man meist erst mittendrin worum es überhaupt geht. Es wird erzählt von dem Leben nach dem Tod, wie man Rivalitäten beilegt, von verrückten Mördern, gruseligen Fitnessgeräten, Süchten, unheimlichen Haustieren und auch dem 11. September. Mir hat es kurzweilige Unterhaltung geboten. Einige Stories klingen lange nach, bleiben im Kopf und bewegen das ein oder andere. Als meine persönlichen Glanzstücke würde ich direkt die ersten zwei Geschichten bezeichnen: "Willa" kam leise angeschlichen, und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Szenerie bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf. "Das Pfefferkuchen-Mädchen" ist (im Gegensatz zu "Der Hometrainer") eine grauenvolle Art, jemanden zum täglichen Sport zu animieren, aber die Eindringlichkeit und der Kampf ums Überleben finden hier eine Geschichte, die originell und reell wirkt.
Fröhliches Wälzerschmökern!
Eure Luisa
Der ewige Streit ums Geld
Hallo ihr Lesenden,
zum ersten Mal habe ich digital gelesen - damit meine ich einen Roman und zum reinen Vergnügen. :)
Und dann auch noch mein erster John Grisham, und zwar "Das Testament". Was soll ich sagen? Es hat mir Spaß bereitet, es unterscheidet sich vom Lesegefühl, für mich jedoch absolut positiv. Dazu aber später nach einem Langzeittest mehr.
Nun zur Geschichte, denn die verdient es, näher besprochen zu werden. Bevor ich mit diesem Buch anfing, war ich sehr skeptisch - John Grisham, da dachte ich bisher an "Ältere-Herren-Literatur", an Sonntagabend-Fernsehspielfilme, an Gerichtsthriller und aktentaschentragende Protagonisten. Nun, das Buch hat mich schnell überzeugen, denn es zog mich gleich nach den ersten zwei Seiten in den Bann.
Einer der reichsten Männer der Welt names Troy Phelan stirbt und hinterlässt ein äußerst delikates Testament. Seine in diesem Fall wirklich buckelige Verwandtschaft ist von Gier und Verschwendungssucht geprägt und fährt die Krallen aus, als klar wird, das sie kaum in der Hinterlassenschaft bedacht sind. Denn all die Milliarden sollen einer Frau zufallen, von deren Existenz niemand etwas wusste - eine weitere Tochter Troy Phelans, die als Missionarin im tiefsten Brasilien im Pantanal ihr Leben verbringt und von der Welt nichts wissen will. Anwälte werden eingeschaltet - zum einen die der Ex-Ehefrauen und Kinder Phelans. Auf der anderen Seite Troy Phelans vertrauter Anwalt Josh Stafford, der seinen Freund und Partner Nate einschaltet, um die Erbin in Brasilien zu finden. Es beginnt in Amerika eine wahre Schlammschlacht ums Erbe, während sich Nate durchs brasilianische Pantanal zur wahren Erbin durchkämpft.
Es gibt ja Geschichtenerzähler und solche Autoren, die vom Leben erzählen (und ja, noch viele andere mehr ;). John Grisham erzählt eindeutig vom Leben und hat hier großartig recherchiert. Denn erst die vielen Details und auch die Einblicke ins Seelenleben jedes einzelnen gewinnt dieses Buch an Glanz und ich kann es kaum erwarten, einen weiteren Grisham zu lesen.
Wer richtig gute Unterhaltung sucht, die ab und an zum Nachdenken anregt und einen immer mitnimmt in die erstaunlichsten Gefilden, der ist hier sehr gut aufgehoben.
Eure Luisa
zum ersten Mal habe ich digital gelesen - damit meine ich einen Roman und zum reinen Vergnügen. :)
Und dann auch noch mein erster John Grisham, und zwar "Das Testament". Was soll ich sagen? Es hat mir Spaß bereitet, es unterscheidet sich vom Lesegefühl, für mich jedoch absolut positiv. Dazu aber später nach einem Langzeittest mehr.
Nun zur Geschichte, denn die verdient es, näher besprochen zu werden. Bevor ich mit diesem Buch anfing, war ich sehr skeptisch - John Grisham, da dachte ich bisher an "Ältere-Herren-Literatur", an Sonntagabend-Fernsehspielfilme, an Gerichtsthriller und aktentaschentragende Protagonisten. Nun, das Buch hat mich schnell überzeugen, denn es zog mich gleich nach den ersten zwei Seiten in den Bann.
Einer der reichsten Männer der Welt names Troy Phelan stirbt und hinterlässt ein äußerst delikates Testament. Seine in diesem Fall wirklich buckelige Verwandtschaft ist von Gier und Verschwendungssucht geprägt und fährt die Krallen aus, als klar wird, das sie kaum in der Hinterlassenschaft bedacht sind. Denn all die Milliarden sollen einer Frau zufallen, von deren Existenz niemand etwas wusste - eine weitere Tochter Troy Phelans, die als Missionarin im tiefsten Brasilien im Pantanal ihr Leben verbringt und von der Welt nichts wissen will. Anwälte werden eingeschaltet - zum einen die der Ex-Ehefrauen und Kinder Phelans. Auf der anderen Seite Troy Phelans vertrauter Anwalt Josh Stafford, der seinen Freund und Partner Nate einschaltet, um die Erbin in Brasilien zu finden. Es beginnt in Amerika eine wahre Schlammschlacht ums Erbe, während sich Nate durchs brasilianische Pantanal zur wahren Erbin durchkämpft.
Es gibt ja Geschichtenerzähler und solche Autoren, die vom Leben erzählen (und ja, noch viele andere mehr ;). John Grisham erzählt eindeutig vom Leben und hat hier großartig recherchiert. Denn erst die vielen Details und auch die Einblicke ins Seelenleben jedes einzelnen gewinnt dieses Buch an Glanz und ich kann es kaum erwarten, einen weiteren Grisham zu lesen.
Wer richtig gute Unterhaltung sucht, die ab und an zum Nachdenken anregt und einen immer mitnimmt in die erstaunlichsten Gefilden, der ist hier sehr gut aufgehoben.
Eure Luisa
Freitag, 21. Oktober 2011
Wenn nichts mehr so ist, wie es war (Dystopien Part II)
Liebe Lesemäuse,
im letzten Post schon angekündigt, komme ich auch weiterhin am Thema "düstere Zukunftsvisionen" nicht vorbei. Doch endlich fiel mir der richtige Titel in die Hände: Jo Treggiaris "Ashes Ashes". Hier soll es dunkel zugehen, und während man sich mit den Protagonisten durch den Schlamm kämpft ertappt man sich beim leichten Frösteln.
Und wieder beginnt alles mit einer Krankheit, dieses Mal eine Art von "Beulenpest", die die Menschen schrecklich entstellt und in kurzer Zeit weltweit extrem viele Todesopfer fordert. Lucy ist ein Teenager und kann kaum die Dinge verarbeiten, die da geschehen: ihre Familie stirbt nach und nach, gleichzeitig sind die Menschen mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Extreme Regenschauer, Tsunamis etc. pp. New York, denn hier befinden wir uns, bricht zusammen, wird überschwemmt und bleibt als Betonwüste zurück. Das ist der reißerische Teil der Story und gleichsam eigentlich nur die Vorgeschichte, denn sehr kurz wird dieser Auftakt beschrieben.
Das eigentlich Buch startet mit der Beschreibung von Lucys Alltag im Grasland am Strand. Wie sie dort unter schwersten Bedingungen Essen beschafft, eine Unterkunft baut, sich am Leben erhält. Da wird nicht mit grausigen Details gespart - Nahrungsbeschaffung und - zubereitung unter erschwerten Bedingungen, katastrophale Bedingungen für Körperhygiene usw. Und gleichzeitig liest sich der Beginn immer wie eine Anleitung zum Überlebenstraining. Als Lucy den verschmitzten Aidan kennenlernt, gerät ihr einsames Leben ins Wanken. Naturgewalten treiben sie zu ihm und seiner kleinen Gruppe von Überlebenden. Doch Sicherheit und Überleben müssen jeden Tag neu erkämpft werden. Und manchmal ist die eigene Spezies die größte Gefahr.
Mir hat dieser Trip unglaublich gut gefallen - die Story rast nur so dahin, man kommt nicht mehr raus aus dem Staunen mit offenem Mund und es fällt sehr leicht, sich in die glaubwürdige Lucy, diesen Einsiedlerteenager, hinzuversetzen. Ein gelungenes Endzeit-Szenaria, spannungsgeladen und kurzweilig, dabei nie anspruchslos.
Eure Luisa
im letzten Post schon angekündigt, komme ich auch weiterhin am Thema "düstere Zukunftsvisionen" nicht vorbei. Doch endlich fiel mir der richtige Titel in die Hände: Jo Treggiaris "Ashes Ashes". Hier soll es dunkel zugehen, und während man sich mit den Protagonisten durch den Schlamm kämpft ertappt man sich beim leichten Frösteln.
Und wieder beginnt alles mit einer Krankheit, dieses Mal eine Art von "Beulenpest", die die Menschen schrecklich entstellt und in kurzer Zeit weltweit extrem viele Todesopfer fordert. Lucy ist ein Teenager und kann kaum die Dinge verarbeiten, die da geschehen: ihre Familie stirbt nach und nach, gleichzeitig sind die Menschen mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Extreme Regenschauer, Tsunamis etc. pp. New York, denn hier befinden wir uns, bricht zusammen, wird überschwemmt und bleibt als Betonwüste zurück. Das ist der reißerische Teil der Story und gleichsam eigentlich nur die Vorgeschichte, denn sehr kurz wird dieser Auftakt beschrieben.
Das eigentlich Buch startet mit der Beschreibung von Lucys Alltag im Grasland am Strand. Wie sie dort unter schwersten Bedingungen Essen beschafft, eine Unterkunft baut, sich am Leben erhält. Da wird nicht mit grausigen Details gespart - Nahrungsbeschaffung und - zubereitung unter erschwerten Bedingungen, katastrophale Bedingungen für Körperhygiene usw. Und gleichzeitig liest sich der Beginn immer wie eine Anleitung zum Überlebenstraining. Als Lucy den verschmitzten Aidan kennenlernt, gerät ihr einsames Leben ins Wanken. Naturgewalten treiben sie zu ihm und seiner kleinen Gruppe von Überlebenden. Doch Sicherheit und Überleben müssen jeden Tag neu erkämpft werden. Und manchmal ist die eigene Spezies die größte Gefahr.
Mir hat dieser Trip unglaublich gut gefallen - die Story rast nur so dahin, man kommt nicht mehr raus aus dem Staunen mit offenem Mund und es fällt sehr leicht, sich in die glaubwürdige Lucy, diesen Einsiedlerteenager, hinzuversetzen. Ein gelungenes Endzeit-Szenaria, spannungsgeladen und kurzweilig, dabei nie anspruchslos.
Eure Luisa
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Nur noch gleichgeschlechtlich?!
Hallo liebe Leseratten,
zur Zeit tummeln sich im Bereich Kinder- und Jugendbuch/All-Age-Fantasy viele Bücher zum Thema Dystopie - dunkle Zukunftsvisionen, die die Menschen an ihre Grenzen bringen und ganz neue Lebensverhältnisse offenbaren. Spannend! Ich jedenfalls bin seit der Panem-Triologie und Justin Cronins "Der Übergang" völlig vom Thema gefangen.
"Das verbotene Eden" wirkt dagegen jedoch leider wie eine gut gemeinte Geschichte, weniger jedoch als spannungsgeladener, durchdachter und intelligent verwobener Roman. Aber gut, beginnen wir von vorne.
Durch einen Virus sind beide Geschlechter getrennt: Frauen und Männer können nicht anders, als aufeinander losgehen. Somit müssen sie getrennt leben und sich neu organisieren. Eine "dunkle Zeit" hat viele Ressourcen gefressen und in einem Teil Deutschlands finden sich zwei Lager wieder: die naturverbundenen, starken und eigensinnigen Frauen und die von Religion getriebenen, ehrgeizigen und habgierigen Männer. (schon etwas fade, naja) Beide Lager haben eine Art Abkommen, um sich gegenseitig zu versorgen und Nachkommen zu zeugen, welches allerdings auf äußerst wackeligem Boden steht. Als eines Tages der junge, friedliebende Mönch David entführt wird und auf Juna, die stolze Kämpferin und Tochter der Hohepriesterin Arkana trifft, gerät nicht nur das Abkommen sondern auch das gesamte Gesellschaftsgefüge ins Wanken.
Immerhin, ich habe das Buch zu Ende gelesen! Und ich muss gestehen, dass die Story grundsätzlich sehr spannend geschrieben ist - die Handlung wird zügig voran getrieben, keine langatmigen Beschreibungen. Die Charaktere sind eigentlich ganz nett und mit einigen Facetten beschrieben. Aber... es ist ein nettes Buch, mir jedoch gingen die gezeichneten Rollenbilder der Frauen und Männer irgendwie auf die Nerven - die "naturverbundenen Hexen" und die "herrschsüchtigen Religiösen". Es werden auch Zwischentöne gezeigt, durchaus. Dadurch konnte ich weiterlesen. Aber diese bleiben zu blaß und eindimensional. Ich fühle mich zwiegespalten bei diesem Buch, glaube aber, dass es für all diejenigen lesenswert ist, die eine nette Geschichte einfach mal so zum Wegschmöckern suchen.
So weit, so gut. Auf zur nächsten Dystopie.... Ashes Ashes....
Eure Luisa
zur Zeit tummeln sich im Bereich Kinder- und Jugendbuch/All-Age-Fantasy viele Bücher zum Thema Dystopie - dunkle Zukunftsvisionen, die die Menschen an ihre Grenzen bringen und ganz neue Lebensverhältnisse offenbaren. Spannend! Ich jedenfalls bin seit der Panem-Triologie und Justin Cronins "Der Übergang" völlig vom Thema gefangen.
"Das verbotene Eden" wirkt dagegen jedoch leider wie eine gut gemeinte Geschichte, weniger jedoch als spannungsgeladener, durchdachter und intelligent verwobener Roman. Aber gut, beginnen wir von vorne.
Durch einen Virus sind beide Geschlechter getrennt: Frauen und Männer können nicht anders, als aufeinander losgehen. Somit müssen sie getrennt leben und sich neu organisieren. Eine "dunkle Zeit" hat viele Ressourcen gefressen und in einem Teil Deutschlands finden sich zwei Lager wieder: die naturverbundenen, starken und eigensinnigen Frauen und die von Religion getriebenen, ehrgeizigen und habgierigen Männer. (schon etwas fade, naja) Beide Lager haben eine Art Abkommen, um sich gegenseitig zu versorgen und Nachkommen zu zeugen, welches allerdings auf äußerst wackeligem Boden steht. Als eines Tages der junge, friedliebende Mönch David entführt wird und auf Juna, die stolze Kämpferin und Tochter der Hohepriesterin Arkana trifft, gerät nicht nur das Abkommen sondern auch das gesamte Gesellschaftsgefüge ins Wanken.
Immerhin, ich habe das Buch zu Ende gelesen! Und ich muss gestehen, dass die Story grundsätzlich sehr spannend geschrieben ist - die Handlung wird zügig voran getrieben, keine langatmigen Beschreibungen. Die Charaktere sind eigentlich ganz nett und mit einigen Facetten beschrieben. Aber... es ist ein nettes Buch, mir jedoch gingen die gezeichneten Rollenbilder der Frauen und Männer irgendwie auf die Nerven - die "naturverbundenen Hexen" und die "herrschsüchtigen Religiösen". Es werden auch Zwischentöne gezeigt, durchaus. Dadurch konnte ich weiterlesen. Aber diese bleiben zu blaß und eindimensional. Ich fühle mich zwiegespalten bei diesem Buch, glaube aber, dass es für all diejenigen lesenswert ist, die eine nette Geschichte einfach mal so zum Wegschmöckern suchen.
So weit, so gut. Auf zur nächsten Dystopie.... Ashes Ashes....
Eure Luisa
Sonntag, 9. Oktober 2011
Die Welt der Airline-Engel
Sie reichen uns mit hingerissenem Lächeln Tomatensaft oder entzücken uns durch formvollendet vorgeführte Sicherheitshinweise. Für mich hängt es maßgeblich von den Flugbegleiter(innen) ab, ob ich mich im Flugzeug wohl und sicher fühle - und wie oft hat mich schon ein Gespräch mit diesem Servicekräften der Lüfte auf psychisch entspannte Gefilde zurück gebracht!
Umso neugierig war ich, als ich den Roman "Saftschubse" von Anette Lies entdeckte. Diese Engel der Fluggesellschaften, tapfer in Kostüm oder Anzug, immer gepflegt, ein einziges Klischee?!
Charlotte muss raus aus ihrem Alltagstrott und findet ein Leben als Flugbegleiterin hat da viel mehr Aufregung zu bieten. Sie bewirbt sich und muss schon beim Auswahlverfahren feststellen, dass an eine Flugbegleiterin allerlei Ansprüche gestellt werden - na klar, allein schon wegen der Sicherheit! Dieses Buch ist für alle interessant, die schon immer mal wissen wollten, welche Tücken dieser Beruf neben dem Jetlag noch bietet: Charlotte muss durch einen Auswahlprozess und beschreibt ihre Schulungen, als sie tatsächlich angenommen wird. Sie berichtet, wie sich die Arbeit in der 1. Und 2. Klasse unterscheidet, dass es eine Glaubensfrage ist ob man Lang- oder Kurzstreckenflüge bevorzugt, wie man sich einen Kapitän angelt und diesen schnell wieder los wird (denn soo toll sind die gar nicht) und welche Probleme im Privatleben auftauchen können.
Für mich war besonders interessant zu sehen, dass kleine Dinge den Alltag trüben können, an die man als flugreisender Gast so gar nicht denkt. Frau Lies schreibt sehr locker und man kann dieses Buch in ein bis zwei Tagen wegschmöckern. Eine schöne leichte, aber auch interessante Urlaubslektüre. Und ich werde mir sehr gut merken, dass ein Arbeitstag einer Flugbegleitung nicht nach einem Flug endet und mich nicht mehr mit den Worten „Einen schönen Feierabend“ verabschieden. Versprochen, Frau Lies! ;)
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